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Kinder und Brandstiftung

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Feuer und dessen Faszination - besonders für Kinder!
Um dagegen zu wirken, haben wir einige Tipps für Eltern und Erzieher, direkt von Ihrer Feuerwehr!

Was bedeutet eigentlich das Wort "Zündeln"?
Bedeutung: anbrennen
Andere Ausdrucksweißen: anreißen, entzünden, schüren, ansengen, anstecken, anmachen, rauchen, anreiben, anheizen, zünden, anfachen, anschüren, sengen, anzünden, entfachen, anfeuern

 

 
     

Laut Statistik der Polizei ist fast jeder Vierte wegen fahrlässiger Brandstiftung ermittelte Tatverdächtige ist ein Kind unter 14 Jahren. Eine Zahl aus der Kriminalstatistik, hinter der sich oftmals unsagbares Leid verbirgt. Denn welch verheerenden Folgen das kindliche Spiel mit dem Feuer haben kann, liest man fast täglich in den Zeitungen: Tote, Schwerverletzte, zeitlebens Verstümmelte und Entstellte, verzweifelte Hinterbliebene, ganz abgesehen von den Sachschäden, die jährlich viele Millionen betragen.
(Quelle: Statistik Austria)

 

Der hohen Zahl von Kinderbrandstiftungen und damit der Gefahr, dass zündelnde Kinder leichtfertig ihr eigenes Leben und das Unbeteiligter aufs Spiel setzen, kann nur durch pädagogisch sinnvolle Aufklärung entgegengewirkt werden. Angesprochen sind in erster Linie die Eltern, da sie für das Tun und Lassen Ihrer Kinder zu allererst die Verantwortung tragen. Die Aufklärung über die Gefahren des Feuers muss deshalb schon frühzeitig im Elternhaus beginnen. Darüber hinaus können Kindergarten und Schule die elterliche Aufgabe wirkungsvoll unterstützen.



Einige grundsätzliche und wichtige Ratschläge für Eltern hat die Feuerwehr zusammengestellt:

  1. Feuer ist heiß
    Kleinkinder schon frühzeitig mit dem Feuer bekannt machen. Durch das langsame Hinführen eines Fingers zur offenen Flamme macht das Kind die erste, unangenehme Bekanntschaft mit dem Feuer. Die erste Vorsicht wird wachgerufen. Diese psychologische Einstimmung zum vorsichtigen Umgang mit Feuer ist die wichtigste Vorbeugungsmaßnahme gegen Brände jeder Art, denn sie wird den Menschen auf seinem ganzen Lebensweg begleiten.
     

  2. Feuer fasziniert
    Um den kindlichen Spiel- und Nachahmungstrieb zu befriedigen, Kinder unter Aufsicht den richtigen Umgang mit Streichhölzern, Feuerzeug oder Kerze beibringen. Die Unterweisung solle sich an der geistigen Aufnahmefähigkeit, der Gemütsart und der Geschicklichkeit des Kindes orientieren.
     

  3. Vorbild sein
    Selbst mit gutem Beispiel vorangehen und Vorsichtsmaßnahmen treffen:
    Streichhölzer und Feuerzeuge nicht achtlos herumliegen lassen, besonders nicht, wenn Kinder häufig alleine sind.

    Mit strikten Verboten, Abschreckung oder Angst erreichen Eltern nur den gegenteiligen Effekt, denn sie wecken nicht nur die Neugier, sondern auch den Trotz des Kindes mit der Konsequenz, dass das Kind in aller Heimlichkeit zündelt. Und das gerade ist die größte Gefahr.

 

Acht nützliche Tipps zum Thema:

Tipp 1:

Kinder sollten von ihren Eltern schon früh darauf aufmerksam gemacht werden, dass Feuer heiss ist.
Ohne das Kind zu gefährden, beginnen umsichtige Eltern damit bereits bei ein bis zwei Jahre alten
Kindern, indem sie die Kinderhand langsam aneine Kerzenflamme heranfahren.

Tipp 2:
Der kindliche - Spiel und Nachahmungstrieb will gestillt werden. Umsichtige Eltern nehmen darauf
Rücksicht. Unter Aufsicht erlauben sie ihren Kindern den Umgang mit Streichhölzern und Feuer,
wann immer es sich anbietet. Zum Beispiel die Geburtstagskerzen anzuzünden oder das anstecken
von Teelichtern.

Tipp 3:
Der richtige Umgang mit Streichhölzern will gelernt sein. Eltern zeigen ihren Kinder die richtige
Streichholzhaltung: Das Holz nicht zu lang anfassen, da es sonst abbrechen kann. Das Streichholz
nicht schräg nach unten, sondern waagrecht halten. Sonst schlägt die Flamme in Richtung der
Kinderhand, und das brennende Streichholz wird vor Schreck fallen gelassen.

Tipp 4:
Verbote und Strafandrohungen bei dem Spiel mit dem Feuer, fordern nur den kindlichen Trotz heraus;
sie führen dazu, dass das Kind heimlich zündelt. Wenn dann bei dem heimlichen Spiel mit dem
Feuer etwas passiert, wagt das Kind aus Angst nicht, Erwachsene zur Hilfe zu rufen und
verschlimmert so die Situation.

Tipp 5:
Schliessen Sie Streichhölzer und Feuerzeuge konsequent weg und entfernen Sie sie so aus der
Reichweite es Kindes. Somit kann das Kind erst gar nicht in die Versuchung kommen mit dem
Feuer zu spielen.

Tipp 6:
Zu einem Indianerspiel gehört für einen richtigen Jungen auch ein knisterndes Lagerfeuer. Auch hier
gilt, beim ersten Indianerfeuer sollten die Eltern zumindest ein Elternteil die kleine Rothaut anleiten
und Vorsichtsregeln mit auf den Weg geben, so dass die Vorsichtsregeln zur Selbstverständlichkeit
werden.

Tipp 7:
Wissenschaftliche Lern- bzw. Experimentierspiele (z.B. Chemiekästen) haben oft sehr grossen
pädagogischen Wert, sind aber nicht immer ungefährlich. Bei dem Umgang mit solchen
Experimentierspielen ist es unvermeidlich, dass Kinder mit offenem Feuer in Berührung kommen.
Es ist wichtig, dass Eltern ihre Kinder in Ruhe mit dem offenen Feuer vertraut machen.

Tipp 8:
Kleinkinder sollten bei offenem Licht (z.B. Kerzen) niemals unbeaufsichtigt sein. Die züngelnde
Flamme Übt eine magische Anziehungskraft auf Kinder aus. Durch spielen und unbedachtes
Handeln mit der Flamme können ungewollt schnell Wohnungsbrände entstehen, die vor allem
das Leben des eigenen Kindes gefährden.